100 Jahre Fortschritt aus Tradition



Als am 2. Juli 1900 der erste Zeppelin in die Luft abhob, war das der Anfang der
beispiellosen Geschichte eines Luftfahrzeugs, aber auch eines Unternehmens.

Der visionäre Ferdinand Graf von Zeppelin hat die alte Sehnsucht der Menschen
nach "dahinschweben" erfolgreich vervollkommnen lassen, durch die Lenk- und
Manövrierfähigkeit des Luftschiffes.

Portrait von Graf Zeppelin von Anneliese Hermes

Dazu ließ er von seinen hervorragenden Mitarbeitern eine Aluminium-Leichtbau-
konstruktion entwickeln und realisieren.

Die Luftschiffe des Grafen Zeppelin erregten in den ersten Jahren des zwanzigsten
Jahrhunderts die Gemüter der Zeitgenossen stärker als alle anderen technischen
Neuerungen.

Der legendäre Dreiecksträger seines Chefingenieurs Dürr oder der erste Aluminium-
flügel am Leitwerk des Luftschiffs LZ 126 sind Beispiele der ständigen Heraus-
forderung nach perfekten Lösungen.

In vielen Büchern beschrieben und mit einem Museum gewürdigt, sind die Luftschiffe Ausgangspunkt
pionierhafter Technikgeschichte mit weitreichenden Auswirkungen.

Die Industriegeschichte der Stadt Friedrichshafen und der Bodenseeregion ist geprägt vom Grafen Zeppelin und seinen tüchtigen
Nachfolgern. Aus den Zeppelin-Aktivitäten und der Luftschiffbau Zeppelin GmbH sind im Laufe der Jahre mehr als 50 direkte Firmen-
gründungen hervorgegangen.

Für den Flugzeug- und Luftschiffbau wurden gute Getriebe mit hochwertigen Zahnrädern benötigt, die
am Markt nicht verfügbar waren. Zeppelin gründete kurzerhand 1915 eine Zahnradfabrik, die heute
unter dem Firmennamen ZF Friedrichshafen AG eine führende Position als Systemlieferant für die
Automobilhersteller in der ganzen Welt hat. Die Zeppelin-Stiftung ist Eigentümerin dieses Unter-
nehmens.

 

Karl Maybach konstruierte Luftschiffmotoren für Zeppelin und war technischer Geschäftsführer der
Luftfahrzeug-Motorenbau GmbH, einer Zeppelin Tochtergesellschaft. Nach 1945 trennte sich der
Motorenbau vom Zeppelin-Konzern und ist heute MTU (Motoren- und Turbinenunion Friedrichshafen)
mit der Zugehörigkeit zum Daimler-Konzern.

Claude Dornier war Mitarbeiter des Grafen Zeppelin und begann mit dem spektakulären Groß-
flugzeugbau, bis hin zu dem weltberühmten Riesenflugschiff Do X.

1932 übernahm Dornier von Zeppelin alle Geschäftsanteile. Heute gehört das Unternehmen zur EADS.

Die Zeppelin Industrie- und Handelsbetriebe wurden und werden angeführt von der Zeppelin- Bau-
maschinen GmbH. Dieses Unternehmen entstand 1954 durch die Kooperation mit Caterpillar und ist
heute eine der größten Händler- und Serviceorganisationen für Baumaschinen.

Die Zeppelin Silos & Systems GmbH entwickelte sich mit der Herstellung von Aluminium- und
Edelstahlbehältern für die chemische und Kunststoff verarbeitende Industrie zu den führenden
Anbietern auf dem Weltmarkt.

Der ehemalige Fertigungszweig Antennentechnik baute direkt auf den im Luftschiffbau gewonnenen
Erfahrungen zur Herstellung extrem leichter und hochfester Strukturen auf.

Die Zeppelin Luftschifftechnik GmbH taufte am 2. Juli 2000 das Luftschiff der neuen Generation. Mit
diesem Zeppelin Luftschiff NT 07 beginnt eine neue Zeit für Passagierfahrten mit Luftschiffen nach der
Idee des Grafen von Zeppelin.

Mit der 1950 von der Zeppelin-Stiftung als Nachfolger der Zeppelin Luftschiffbau GmbH
gegründeten Metallwerke GmbH begannen die Aktivitäten, die zu den mobilen Syste-
men und zur Sheltertechnologie führten.

Anfänglich baute eine "Abteilung Leichtbau-Konstruktion" z.B. Gepäckablagen für
Eisenbahnen, Gondeln für Seilbahnen und einachsige Motorradanhänger aus Alu-
minium. Es wurden Tankwagen gebaut und Feuerwehrfahrzeuge ausgerüstet, man
erwarb sich einen guten Namen mit der Entwicklung von Fahrzeug-Sonderaufbauten.

Anfang der neunziger Jahre erfolgte die Verselbständigung des Shelterbereiches als Zeppelin Systemtechnik, der später in
ZEPPELIN MOBILE SYSTEME GmbH umbenannt wurde.

Im Januar 2010 hat die ZEPPELIN MOBILE SYSTEME GmbH ihren neuen
Firmensitz in Meckenbeuren bezogen - 10 Kilometer entfernt vom ursprünglichen
Standort in Friedrichshafen.

Die wachsende Nachfrage nach mobilen Systemen für Medizintechnik, Kommuni-
kations- und Überwachungsaufgaben - insbesondere in den Bereichen Systeminte-
gration, Weiterentwicklung und neue Anwendungen - machten den Ausbau der
Kapazität erforderlich (siehe auch Rubrik "Unternehmen").